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04 Januar, 2026

Icht/Zagora/Taliouine/Sidi Kaouki

 ✨💥Als erstes wünschen wir Euch alles Gute fürs neue Jahr💥✨


Icht ist ein kleiner Ort, 170 km südöstlich von Tiznit (da wo Strieli einen neuen Anstrich bekam). Der Weg dahin führt durch öde, trockene Gegenden, ist aber mit dem Farbenspiel, die die Berge mit ihren unterschiedlichen Steinschichten darbieten, faszinierend und schön. Icht ist eine Oase mit viel Wasser das durch Kanäle in Gärten, Palmenhaine und zu Brunnen fliesst. Es ist kein grosser Ort und man denkt, hier gibt es nicht viel zu sehen, ausser alte, zerfallene Gebäude und natürlich Palmen. Je ein Campingplatz bei der Ein- und Ausfahrt des Dorfes, also zwei, deuten darauf hin, dass es doch irgend etwas zu sehen und zu erleben gibt. Die unterirdische Stadt, sagt man uns auf dem Campingplatz à la ferme, wo wir drei Nächte verbrachten, sei sehr interessant. Also machen wir einen Termin mit dem Guide (wollte stattdessen Führer schreiben, aber das weckt bei einigen Menschen schlechte Erinnerungen) auf den nächsten Tag um 4 Uhr ab.

Punkt 4 Uhr trafen wir den Führ....ääääh den Guide, der uns die unterirdische Stadt zeigte. Mit dabei waren noch zwei andere Paare, darunter ein Marokkaner der in der Schweiz lebt und uns alles übersetzen konnte was da so erzählt wurde. Der Weg vom Camping zu der unterirdischen Stadt dauerte ca. 20 Minuten und führte uns durch Palmenhaine, an Bewässerungs-kanälen und einem Friedhof vorbei. Gut zwei Stunden zuvor bemerkten wir eine hellbraun-rötliche Verfärbung in einer Entfernung von 10 Kilometern am Horizont, in der Richtung wo der aufkommende Wind her kam. Fasziniert von dem Farbenschauspiel, das uns da geboten wurde und unwissend was das alles zu bedeuten hat, merkten wir ziemlich bald, dass dies ein veritabler Sandsturm ist der da auf uns zukommt. Fenster, Dachluken und Türen im Wohnmobil waren allesamt gut verschlossen und trotzdem drang der feine Sand durch die kleinsten Ritzen in das innere unseres Zuhause. Aber auch in alle Öffnungen am Menschen, die nicht zugehalten werden oder mit Stoff abgedeckt sind, dringt das kleine, körnige Zeug unaufhaltsam ein. Bei wirklich runzligen Leuten könnten sich sogar kleine Dünen im Gesicht bilden.... oder so. Der Sturm hielt noch einige Zeit an und so machte sich die kleine Gruppe von Touristen auf den Weg durch das Sandgestöber, Richtung unterirdische Stadt.
Neugierig lauschten alle dem Guide, was er über diesen Ort zu erzählen hatte. Er sei selber in diesen Katakomben geboren und konnte daher aus erster Hand vom Leben in dieser Stadt berichten. Es ist eine sehr alte Stätte, die Moschee die dort steht wurde schon im 15. Jahrhundert erbaut.
Jamal, so heisst übrigens unser Fremdenführer, erlaubte uns einen tiefen Einblick in das einfache Leben der Bevölkerung in diesem unterirdischen Kosmos. Dieser Ort schützte die Menschen natürlich vor Hitze und Kälte und natürlich auch vor Sandstürmen. Eigentlich ist es nicht wirklich eine unterirdische Stadt, sondern eher eine Anhäufung von kleinen Zimmern und bis zu drei Etagen hohen Wohnkomplexen, die so eng zusammengebaut wurden, dass der Anschein einer Höhlenstadt erweckt wird. Auch zum Zeitpunkt unserer Besichtigung werden diese Gemäuer noch als Unterkunft benutzt. Das bestätigte sich, als wir in einem der vielen, dunklen Gängen einen hastigen Schatten in eine der unzähligen Holztüren huschen sahen. Es war ein kleiner Mann, nicht älter als 30 Jahre, mit einem Esel, der in sein Reich hinter einer Holztür verschwand.
Jamal zeigte uns noch sein Elternhaus mit seinen drei Wohnebenen. Rund um den Säulengang sind kleine, fensterlose Kammern, die als Küche oder Schlafraum gebaut wurden. Das Familienleben fand in der untersten Ebene, im Lichthof statt, wo auch gearbeitet wurde. Nach Jamals Elternhausbesichtigung ging es wieder durch die dunklen Gänge, Richtung Ausgang. Wieder huschte ein Schatten durch den dunklen, kalten Gang. Da stand er plötzlich, der Mann mit dem Esel! Aber dieses mal war der kleine Esel nicht dabei. Ein Meter Sechzig gross/klein war Er, der Mann, welcher uns erstaunt mit seinen schwarzen Augen musterte und einen verwirrten Eindruck machte.
Es sah fast so aus, als ob Er bei Tageslicht nicht sehen kann, aber bei Nacht den Blick einer Eule hat. Würde ja auch Sinn machen in diesem dunklen Labyrinth 😎.
Als wir nach gut zwei Stunden diesen mystischen, dunklen Ort wieder verlassen haben, hatte sich der Sandsturm gelegt und so konnten wir alle die Oase mit ihren Dattelpalmen und Wasserkanälen bewundern. 

Nun habe ich wieder ein Bild eingefügt, damit ihr die Wasserkanäle bewundern könnt und ich bastle wieder einen Text zusammen, der bis zum unteren Bildrand reicht. Jetzt wo dieser Post geschrieben wird, sind wir natürlich schon lange nicht mehr in Icht und schon wieder stürmt ein stürmischer Sturm über uns hinweg. Der Strieli schaukelt unangenem hin und her, und Toby der unter dem Tisch liegt, schaut mich vorwurfsvoll an. Mit sanfter und  ruhiger Stimme erkläre ich ihm, dass das alles bald vorbei ist und ich nicht dafür verantwortlich bin. Er, Toby nickt mir verständig zu legt seinen Kopf wieder auf seine Matratze und murmelt vor sich hin: "Das Gerüttel ist aber trotzdem Scheisse!"
Zurück zu den Wasserkanälen die ihr auf der rechten Seite sehen könnt. Auf dem Rückweg zu unserem Camper *Strieli* erfuhren wir noch einiges über die Vielseitigkeit der Palme. Nebst dem Brot der Wüste (Datteln) ist die Pflanze vielseitig nutzbar. Wenn man die verdorrten Stiele der Palmblätter mit aller Kraft gegen einen Stein schlägt, spaltet sich der Stiel in seine langen Fasern auf, welche vielseitig verwendbar sind. 
So, bin am unteren Bildrand angekommmen und kann jetzt zum nächsten Stopp unserer Marokkoreise kommen, der in Zagora stattgefunden hat.

Zagora, eine geschäftige Stadt mit Händlern die in ihren kleinen Läden, meist bessere Garagen, die vorbeiziehenden Touristen umwerben und zu einem Tee ins Geschäft einladen. Wenn Du erst mal drin bist, gibt es kein entkommen mehr, ausser Du kaufst irgendetwas. Hast du dann etwas, was du eh nicht brauchst, überteuert erworben (wehe, du kannst nicht handeln) wirst du vom "liebenswürdigen" Händler noch nach Schweizer Schokolade und Messern gefragt.
Natürlich als freundschaftliche Geschenke von uns an ihn für seine un/aufdringliche  Freundlichkeit.
Ach ja... das Bild nebenan ist nicht Zagora. Es ist ein kleiner Ort auf dem Weg dorthin.
Alle Verkäufer und Vertreter die erfolglos ihren Job machen, sollten mal ein halbes Jahr Marokko bereisen um zu lernen wie Kundenakquiese geht. Leider kamen wir in keiner Art und Weise zum fotografieren in dieser lebhaften Stadt, da wir schon beim hineinfahren von einem geschäftigen Garagisten angequatscht wurden, der auf seinem Motorrad neben uns herfuhr. Eigentlich dachte ich, der sympatische Rollerfahrer möchte uns nur überholen. Doch auf der Höhe unserer Fahrerkabine reduzierte er seine Geschwindigkeit und kaute mir fast ein Ohr ab mit seinem: "Hallo Freund. Du aus Schweiz? Ich Freund in Schweiz. Du komme in Garage, mache Foto von Wohnmobil. Du trinken Tee mit mir." Also, wenn jemand so liebenswürdig ist, kann man doch nicht nein sagen. Und so fuhren wir zu seiner Garage, damit er ein Foto von Strieli machen kann. Natürlich machte der falsche Hund kein Foto von unserem schönen Strieli, aber er bot uns alle möglichen Dienstleistungen für das Fahrzeug an... Looooogisch! Und Tee gab es auch keinen. Vor seiner Garage versammelten sich unzählige Wohnmobile, die auf einen Fototermin warteten, leider umsonst. Da wird einfach jeder Touri mit Wohnmobil abgefangen und darunter waren auch wir. Ich glaube, wir haben wieder etwas dazugelernt, sind aber nicht unbedingt klüger geworden. Die Säcke sind einfach zu clever für unsereins.
Zagora ist abgehakt......
Nein, Stop. Es sind nicht alle in dieser Stadt so. Ein Verkäufer in der Stadt, gleich neben dem Souk (Markthalle mit eigenen Düften teils miiiiiieffffff und so) wollte das wir bei ihm einkaufen. Das machten wir dann auch, nach dem Besuch im Souk. Wir hatten es ihm ja auch versprochen. Wasser, Kaffee, Milch Säfte und Brot kauften wir da. Nach dem Einkauf bedankte er sich herzlich und trug alle unsere Einkäufe zum Wohnmobil. Er war dermassen begeistert von Strieli, dass er ein Foto machte. Jetzt ist Zagora aber abgehakt.

Es zog uns wieder in die Natur, raus aus den wuseligen Städten und Touristenfallen. Faszinierende Landschaften zogen an uns vorbei und die Route nach Taliouine, wo Safran angebaut wirt, führte uns über eine karge Hochebene. Ein idealer Platz für eine Pause. Toby konnte sich wieder seine vier Beine vertreten und tüchtig rumalbern, Frisbee fangen, schnüffeln und sein grosses Geschäft verrichten. Für uns gab es Kaffee und einen kleinen Snack mit der tollen Aussicht auf das verschneite Atlasgebirge. Riesige Knochen lagen in der Steinwüste, wirklich grosse Oberschenkelknochen. Das muss ein Dinosaurier gewesen sein...  Als ich dann noch weitere Gebeine des verendeten Tieres fand, stellte ich fest, dass es bloss ein blödes Kamel war. Dieser Fund hätte mich sicher reich gemacht...😂😂😂! Ok. Kaffeepause fertig, weiter geht es.

Also, das sind sie jetzt, die Kamele. Eigentlich sind es Dromedare und natürlich nicht blöd, aber ein bisschen trääääge und einfältig... Im Landesinneren sieht man sie kaum, obwol sie da sind, denn sie heben sich farblich nicht besonders von der Landschaft ab. An den Stränden, wo viele Touris rumhängen, sieht man sie mehr. Da werden die armen Tiere als Attraktion zum Reiten angeboten. Da kann man auf dem haarigen Wüstenschiff an der Küste entlang-schaukeln bis man seekrank ist. Ihr merkt es, viel Intelligentes kommt im Moment bei mir nicht zustande. Ich glaube, ich muss mal was essen. Aber nachher schreibe ich wieder weiter......

.... bin fertig mit essen und zurück ...
In den letzten Tagen spielte das Wetter verrückt. Sturmböen mit viel Regen und im Atlasgebirge fiel so viel Schnee, dass die meisten Strassen gesperrt wurden. Echt schade, denn wir wollten über einige Pässe dieses Gebirges fahren. Strassen wurden weggespült und sind unpassierbar. Dann lassen wir das doch lieber sein. Der viele Regen hat natürlich seine Spuren hinterlassen, aber nicht nur Verwüstung. Die trockenen Gebiete nahmen das Nass dankend auf und zeigen sich nun von ihrer fruchtbaren Seite. Bäume und Büsche sind wieder voller grüner Blätter, und das Gras schoss in die Höhe. Durch das unstete Wetter, das sich immer noch von seiner stürmischen und nassen Seite zeigt, sind wir in Sidi Kaouki gelandet und sitzen hier fest. Windböen von 50 - 100 km/h sind nichts für unseren Strieli. Stellt euch vor, wenn so eine Böe unser Zuhause beim Fahren umhauen würde. Dann wäre aber fertig lustig! Ich glaube nicht, dass ich einen solchen Schaden mit meinem Werkzeug beheben könnte. Aber hier, in Sidi Kaouki, sind wir gut vor solchen Wettereinflüssen geschützt. Im Moment sitze ich mit Toby im Wohnmobil und tippe vor mich hin, was mir eben gerade über die letzte Zeit in den Sinn kommt. Es ist 17:00 Uhr und unser Raubtier hat sein Futter bekommen und ist zufrieden, Er liegt zu meinen Füssen und ist sichtlich satt und glücklich. Adeline spielt bei unseren Nachbarn ein Backgammon mit Dodo, einer ehemaligen Arbeitskollegin von ihr. Dodo ist mit ihrem Mann Franz unterwegs, ein Paar das wir schon lange kennen.

Zusammen besuchen wir die Hafenstadt Essaouira, an einem Tag an dem es mal nicht regnet. Erste Station ist der Carrefour am Stadtrand. Einkäufe für die nächsten 1 - 2 Wochen sind fällig, denn unsere Futterreserven sind so gut wie aufgebraucht. Danach wird Strieli an einem einigermassen sicheren Ort parkiert und ein Spaziergang von ca. 20 Minuten bringt uns zum Fischerhafen von Essaouira. Unzählige Fischerboote, die meisten aus Holz und man sieht, dass sie schon viele Jahre im Atlantik ihren Dienst machen. Eiligst werden Kisten, voll mit Fischen, aus den Bäuchen der Kutter gehieft und in Kühllaster geladen. Nicht etwa auf Förderbändern oder Kränen. Nein! Es ist mühsame Handarbeit. Eine Menschenkette, vom Schiffsinneren bis hin zum Laster, befördert die vollen und schweren Kisten. Durch lautes Geschrei der Matrosen kündigt sich das nächste Schiff an, das sich durch die anderen, bereits vertäuten Boote, bis zum Quai zwängt. Taue werden hastig gelöst und an anderen Stellen wieder festgezurrt, sodass die schon leeren Kutter zur Seite geschoben werden. Was für ein Treiben. Hätten diese Schiffe keine Motoren könnte man meinen, man befinde sich in einer längst vergangenen Zeit. Alles ist laut und hektisch, Möwen kreisen und kreischen über dem Hafen. Sie stürzen sich auf die ausgelegten Netze um die darin hängengebliebenen Fischresten rauszupicken. Am Quai entlang werden von den Fischern und Händlern die Fische und Muscheln für den direkten Verzehr angeboten. Da aber ein extremer Geruch in der Luft schwebt, reizt es mich in keinster Weise hier etwas zu Essen. Danach ein Besuch in der Altstadt, die mit ihren unzähligen Gassen, kleinen Läden, Restaurants, Werkstätten und Ständen gesäumt ist und bestaunt werden kann. Hier treibt der Hunger uns Vier zu einem wirklich kleinem Restaurant in einer Seitengasse. Gerade mal fünf Tischchen stehen in dem Raum. Geschätzte 3,5 Meter breit und 6 Meter lang ist das Lokal. Im hinteren Bereich liegt die Küche, die noch kleiner ist. Eine kleine, in schwarz gekleidete, Frau bereitete für uns das gute Essen zu. Es ist ein Familienbetrieb. Mutti hat die meiste Arbeit, der Sohnemann der uns freundlich bedient, bewegt sich lediglich um unsere Bestellung aufzunehmen. Da der Raum so klein war, musste er sich nur einmal umdrehen um das bestellte an die Küche weiterzugeben. Das Oberhaupt der Familie sah man (...und... hörte man) nur mit jemandem am Telefon reverieren. Kaum hatte der Sohn die Bestellung weiter in die Küche geleitet, sass er teilnamslos  auf einem Hocker beim Eingang und fummelte auf seinem Handy herum. Also ein klassischer Familienbetrieb.

Nach dem Essen zog es uns noch zum Markt in Essaouira; Nüsse, Früchte und Gemüse einkaufen. Gerade die Ecke des Marktes, wo Fleisch verkauft, ist nicht für jedes Gemüt erträglich. Kleintiere werden bei den Verkaufsständen lebend gehalten und sehen meist nicht sehr geniessbar aus. Wenn jemand also ein Hühnchen will, wird einfach eines mit der einen Hand an beiden Flügeln aus dem Massengehege rausgenommen, mit der anderen Hand wird mit einer flinken Bewegung der Kopf des Tieres gedreht und zu guterletzt ein gezielter Schnitt am Hals gemacht. Danach rattert eine eigenartige Maschine, die wie ein Häcksler klingt, und das gute Huhn steht ohne Federn da... na eigentlich hängt es.... Das ist die Realität auf den Märkten und nicht immer schön anzusehen, aber das Hühnchen ist wirklich frisch. Nach den gewöhnungsbedürftigen Bildern möchten unsere zwei Freunde, uns einen speziellen Baum zeigen den sie letztes Jahr bei Ihrer Marokkoreise in dieser Stadt entdeckten. Damals stand das Gewächs noch in einem ungenutzten Hinterhof, war vermüllt und wenig attraktiv. Er, der Baum, steht hinter einem kleinen Gebäudekomplex einer Cooperative, wo Handwerker ihre Drechsler-, Tischler- und Schreinerarbeiten machen und zum Kauf ausstellen. Hinter diesen kleinen Geschäften stand Er nun, was für ein Bild von einem Baum. Mittlerweile wurde der unattraktive Platz aufgeräumt und ein schönes Restaurant mit Gartensitzplatz rund um den Baum errichtet. Vor gut einem Monat war die Eröffnung des Lokals. Hier genossen wir Vier eine wohlverdiente Pause von all den Erlebnissen dieses Ausfluges. Der Weg zurück zum parkierten Wohnmobil zog sich in die Länge und es schien ewig zu dauern, bis wir alle wieder in Strieli platz nehmen konnten und die Rückfahrt auf den Campingplatz in Sidi Kaouki losging. Morgen Montag, nach gut zwei Wochen in Sidi Kaouki, geht es weiter nach Marrakesch und Fes, danach soll es Richtung Mittelmeer weiter gehen.
Ich hoffe, dass wir auf dem Weg dorthin wieder einige interessante und spannende Dinge erleben werden, die ich Euch dann mitteilen kann.

*************Natürlich noch einige Bilder als Letztes**************









 Das ist das Allerletzte!
Bis bald und eine schöne Zeit
Roli

18 Dezember, 2025

Marokko; Staub und Sand


Irgendwie habe ich das Gefühl, dass seitdem wir in Marokko sind, einfach alles in unserem Wohnmobil voller Sand ist. Selbst in den Hosentaschen und Schuhen findet sich das Zeug, und wenn Toby sich schüttelt dann macht er ganz schön viel Staub. Es ist wirklich nötig, unser Zuhause jeden Tag rauszuputzen. Und Toby hätte dringend eine Dusche nötig! ooohjee das wird ihm gar nicht gefallen...
Es ist der 9. Dezember und wir stehen an der Plage Aglou, westlich von Tizniz, was zur Region Souss-Massa gehört. Also schon recht weit im Süden von Marokko. Tan-Tan, das noch weiter unten liegt, haben wir auch schon besucht und da unten gibt es noch mehr Sand... Sand so weit das Auge reicht und es ist alles furztrocken. Denn in vielen Teilregionen von Marokko hat es seit sechs Jahren nicht mehr richtig geregnet, die Palmen sind an vielen Orten nur noch Stämme ohne Grünzeug. Ein trauriger Anblick. Aber es gibt sie noch, die kleinen Oasen mitten in den trockenen Regionen. 


Heute, wo ich mal wieder Zeit und auch Lust habe, weiter zu schreiben, ist schon der 17. Dezember und es gab in der Zwischenzeit viele neue Bekanntschaften. Es sind nicht nur die Landschaften und Sehenswürdigkeiten, die unsere Reise prägen. Vor allem die Menschen und ihre Geschichten bleiben in unseren Gedanken haften.

So zum Beispiel auf dem Camping *Chez Hassan*, etwas westlich von *Guelmim*.
Souhayla, die Tochter von Hassan, begrüsste uns mit Tee und Gebäck. Natürlich mit dem traditionellen Teeumschütten, von einem Glas ins andere und wieder zurück in den kleinen silbernen Teekessel, bis das Aroma und die Temperatur perfekt sind. Souhayla, die fröhliche und weltoffene 20-Jährige Frau (wir sollen sie einfach Soha nennen), erzählte uns von ihrem Wirtschaftsstudium in einer Grossstadt in Marokko. Gerne möchte sie die Welt bereisen und andere Kulturen kennenlernen. Bis es aber soweit ist, hilft sie ihrem Vater auf dem Camping im Nirgendwo von Marokko.
Am Abend lernten wir noch Hassan und seine Frau kennen. Die Begrüssung war sehr herzlich und es wurden ununterbrochen Hände geschüttelt und gefragt ob auch alles in Ordnung sei. Bis zum Eintreffen eines Basler Paares waren wir alleine auf dem Platz. Die Kontaktaufnahme mit Ralph und Antonia verlief so wie es bei Globetrotter üblich ist.
Man stellt sich gegenseitig vor und die ersten Geschichten werden noch im Stehen erzählt. Da wir uns auf Anhieb verstanden, beschlossen wir am Abend zusammen eine Tajine mit Kamelfleisch zu essen. Am nächsten Tag ging es für Ralph, Antonia, Adeline und Roland (Ich😄) wieder weiter. Man wünscht sich gegenseitig eine gute Fahrt und ein baldiges Wiedersehen. Natürlich hat jeder Dauerreisecamper noch wichtige Ratschläge die er einem mit auf den Weg gibt. Und so haben wir schon hilfreiche Infos für unsere weitere Reise bekommen.
Dirk, Marliese, Peter und Birgit trafen wir sicher schon zum 3ten mal, und es ist immer wieder eine Riesenaufregung wenn wir uns treffen. Zu sechst haben wir ein Taxi von Aglou nach Tiznit genommen
(das  Dirk organisiert hat) um die Medina und den Souk zu besuchen. Die Taxi's sind kleine lotterige Daca's, die eigentlich nicht mehr fahren sollten. Aber in Marokko werden die Fahrzeuge solange gefahren bis sie auseinanderfallen. Und selbst dann schweisst ein Mechaniker die Teile wieder zusammen und das Fahrzeug fährt wieder für einige Jahre. Huiiii.... der Souk, meistens eine düstere Markthalle wo europäische Gesundheitsämter am rotieren wären, weil sie nicht genügend Bemängelungsformulare hätten. Es ist ein Gewusel von Menschen, die in ihren Dschellaba und Takchita den täglichen Einkauf machen.
Die Düfte, die man hier wahrnimmt, vergisst man nicht so schnell. Vorallem beim Fleischverkäufer!
Der Kalbskopf, der auf einem Pflock zur Deko und als Narungsmittel aufgespiesst, mit seinem leeren Blick in die düsteren Hallen schaut. Er ist aber nicht alleine. Gleich neben ihm glotzen Schaf- und Ziegenschädel von der Verkaufstheke mit verblassten Augen auf den Boden. Der Rest der Tiere hängt gleich nebenan, an grossen Haken um stückweise zerschnitten und verkauft zu werden.
Natürlich gibt es da auch noch die Gemüse, Kräuter, Süssigkeiten, Schmuck, Kleider, Haushaltswaren, Getreide, Fahrräder, Polster, Geschirr, Nusshändler. Und bei denen riecht es doch schon angenehmer als beim Metzger, wo die Hoden der Tiere feilgeboten werden. Natürlich schleichen auch Bettler durch die Gänge, in der Hoffnung, dass ihnen im Getümmel etwas in den Schoss fällt das er/sie essen kann. Es sind arme Kreaturen, die nicht mehr viel vom Leben erwarten und schauen, dass sie irgendwie den heutigen Tag überleben. Hunde und Katzen sind natürlich auch hier gut vertreten, denn dann und wann fällt beim Fleischer irgendetwas runter. Was mich fasziniert, ist das Verhältnis der Menschen zu den Tieren. Alle, aber wirklich alle Tiere weden mit Respekt behandelt. Durch dieses Verhalten sieht man auch keine aggressiven Hunde. Allen denen wir begegnen, sind sanftmütige und friedliche Tiere die sich irgendwie durch ihr Leben schlagen und sie sehen auch relativ gepflegt aus. Autofahrer verlangsamen ihre Fahrt oder bremsen ab, wenn ein Hund die Strasse überqueren will. So ein streunender Vierbeiner kann in einer Stadt schon mal den Verkehr lahmlegen. So... nun fertig mit so belanglosen Sachen und weiter zum nächsten Thema... aber ich muss noch irgend etwas bis zum Bildende hintippsen, damit der Blog einigermassen ordentlich aussieht.
Auf alle Fälle war der Ausflug mit Dirk, Marliese, Peter und Birgit ein schönes Erlebnis. So jetzt habe ich es geschafft, dass der Text bis zum unteren Bildrand gereicht hat.
Bei einem Ausflug zu den blauen Felsen bei Tafraout, die ein Künstler in den 80ern Jahren bemalte hatte, lernten wir Said kennen. Ein Wüstensohn der mit uns gleich das Gespräch suchte. Er besitzt einen Mountebikeladen und bietet Biketouren in der Region an. Im Gespräch erwähnte ich, dass wir unsere Gasflasche auffüllen möchten und eine neue Nespressomaschine bräuchten. Kein Problem für Said: "Kommt doch einfach bei mir vorbei und ich helfe euch." Er gab uns seine Adresse und düste mit seinem Bike davon. Nach einem ausgiebigen Frühstück in dieser prachtvollen Gegend machten wir uns also auf zu Said. Wir wurden auch hier herzlichst aufgenommen. Said hat Freunde die neben seinem Bikerladen ein Museum betreiben. Und so kam es, dass wir dieses traditionelle Museum besuchten. Natürlich kann man hier auch einheimisches Handwerk ersteigern: Teppiche, Schmuck, Kleider und vieles mehr. Cleverer Said, so dachten wir. Der hat uns nur hierhin gelockt, damit wir etwas kaufen. Ein kleines Schmuckstück und einen kleinen Teppich haben wir dann doch auch gekauft. Für uns hatte sich das dann erledigt. "Sind wohl in eine Touristenfalle geraten." Doch als wir mit dem Museumseinkauf beendet waren, kam Said zu uns und erinnerte uns daran, dass wir ja noch Gas und eine Kaffeemaschine suchen. Er mobilisierte seine halbe Familie um uns zu helfen. Sein Cousin wurde losgeschickt um alle Elektroläden abzuklappern wegen einer Kaffeemaschine.
Leider vergebens, hier sind wir zu weit weg von der modernen Zivilisation und mit einem Filterkaffee-tröpfel-tröpfel-Gerät wollte ich mich nicht zufrieden geben. Dann gibt es halt löslichen Kaffee in der nächsten Zeit. Ach ja... unser Nespressogerät haben wir extra beim Start unserer Reise neu gekauft, nicht das dass Teil unterwegs kaputt geht. Aber die Stromschwankungen in Marokko hat das neue Teil nicht überlebt. Das mit der Gasflasche hatte leider auch nicht geklappt. Wir waren aber von der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme von Said und seinen Freunden begeistert.
So verliessen wir Tafraout, Said und seine Freunde, mit einem kleinen Teppich, einem kleinen Schmuckstück und natürlich mit einer Menge neuer Erfahrungen und lustigen Erinnerungen.
Was uns an diesem Erlebnis am meisten gefreut hat: Said wollte sicherlich, dass wir das Museum besuchen und vielleicht hatte er dabei auch etwas verdient, doch er hielt sein Versprechen, dass er uns helfen wollte das Gas und eine Kaffemaschine zu besorgen. Und wie sagt der Araber immer zutreffend: *Inshallah*, so Gott will!

Es geht weiter Richtung *Icht*, eine kleine Oase mit einer unterirdischen Stadt die wir besuchen wollen. Der Weg dorthin führte uns durch sagenhafte Steinwüsten und einen gewaltigen Canyon, der uns an den Grand Canyon in Amerika erinnerte. Dieses Land hat so viel zu bieten, man kann es kaum glauben. Wärend der eindrücklichen Fahrt durch die faszinierende Landschaft schreckte Adeline auf und sagte mit aufgeregter Stimme: "Es kommt Rauch aus dem Handschuhfach und es riecht verbrannt!" 
Huiiihuuiiiuuuiii, schnell anhalten und alles ausschalten. Bei den Sicherungen, die im ebengenannten Handschuhfach untergebracht sind, roch es verdächtig nach geschmolzenem Plastik. Meine Fresse! Das muss jetzt aber wirklich nicht sein! Die Sicherungen für das Abblend- und Standlicht schmorten komplett durch.
Alles auseinandernehmen und reparieren. Das heisst, die verkohlten Kabel ersetzen und den Sicherungssockel vom geschmolzenen Plastik befreien, noch stärkere Sicherungen reinstecken und hoppela, alles ist wieder im grünen Bereich! Also... weiter geht es durch die schöne Landschaft mit unserem frisch gespritzten Wohnmobil.
Nach gut 10 Jahren hat die Folie der Fahrerkabine ihre Haftung an mehreren Stellen verloren. Auf dem Camping "Aglou Plage" bot sich die Gelegenheit die Fahrekabine zu erneuern. So dass unser Strieli weiterhin ein glanzvolles Erscheinungsbild abgiebt. Im Nahe gelegenen Tiznit wimmelt es nur so von Spenglereien, Sattlereien, Schlossereien und natürlich Lackierereien. So bestellten wir einen vertrauenswürdigen Lackierer auf den Campingplatz, welcher uns ein unschlagbares Angebot machte. Den Preis verrate ich Euch nicht, aber in der Schweiz hätte es 5 - 6 mal soviel gekostet. Die Vorarbeiten fanden am ersten Tag auf dem Campingplatz statt, Folie entfernen. Natürlich wollte auch ich Hand anlegen. Doch Youssem konnte meine gut gemeinte Hilfe nicht wirklich gebrauchen und schickte mich wieder weg, nachdem ich ihm mit dem Heissföhn zum dritten mal seine Finger verbrannt hatte. Am gleichen Tag holte Ali, der Chef, Strieli zum lackieren ab. Und das war wirklich ein extrem schwerer Moment für uns! Doch in 4 Tagen sollten wir unser Zuhause wieder zurückbekommen, versicherte Ali uns. Auf dem Platz hatten sie zum Glück kleine Chalets zu vermieten. Und so konnten wir wieder mal den Luxus einer kleinen Wohnung mit Terrasse geniessen. Das war echt schön! Eine eigene Dusche, keine Toilettenbox leeren und ein Bett, wo man ohne Leiter reinplumsen kann. Es ist doch immer dasselbe, wenn man auf etwas wartet, läuft die Zeit viel langsamer als sonst. Doch Ali hielt Wort und brachte Strieli am vierten Tag zurück. Unser Wohnmobil glänzte und strahlte in der Sonne wie neu. Dies muss sich auf dem Campingplatz herum- gesprochen haben. Denn plötzlich kamen neugierige Camper vorbei um das Werk von Ali und Youssem zu begutachten, natürlich noch mit den Kommentaren von Hobbyfachleuten. Dirk, Peter, Marliese und Birgit natürlich ausgeschlossen...😃 
Wir waren mit der Malerarbeit zufrieden. Nach der Barzahlung bei Ali wurden noch fleissig die Hände geschüttelt und tüchtig auf die Schultern geklopft. Ali zog mit vollem Geldbeutel dahin und wir zogen wieder in unser vertrautes Heim ein.
In diesem Post wollte ich nebenbei ein wenig über die Menschen schreiben, denen wir begegnet sind und manchmal auch wieder antreffen dürfen. Natürlich sind es noch einige mehr, die erwähnenswert wären, so z.B. Claudia und Olli aus Deutschland, die uns schon zweimal auf unserem Marokkotrip begegneten. Dazu werde ich sicher in den nächsten New's noch was schreiben. So ich glaube das war's... Noch einige Bilder zu Schluss.





Ganz liebe Grüsse an Alle, die das lesen.

28 November, 2025

Marokko

Hallo Ihr alle und so....
wir sind überwältigt von den Eindrücken die uns in Marokko geboten werden und es gibt eine Menge zu erzählen. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll, so vieles haben wir schon wieder erlebt.... Am besten alles schön der Reihe nach.

Die Überfahrt:
Tarifa - Tanger, ist die kürzeste Strecke auf der Strasse von Gibraltar, die wir mit einer der vielen Fähren machen wollen. Es sind gerade mal 15 Kilometer vom europäischen auf den afrikanischen Kontinent und die Überfahrt soll nur eine Stunde dauern. Also nur noch Tickets kaufen und einen Gesundheitsattest für Toby organisieren, und unsere Reise kann weiter gehen. Tickets verkaufen sie an allen Ecken in der Nähe der Häfen. Sollte also kein Problem sein eines zu bekommen, und auch eine Klinik Veterinary haben wir ausfindig gemacht. Mit dem Attest für Toby muss man aber innerhalb von 24 Stunden nach Marokko reisen... sollte eigentlich auch kein Hindernis sein. Beim Ticketkauf wurde uns dann aber gesagt, dass an unserem gewünschten Termin wegen schlechtem Wetter keine Fähren von Tarifa nach Tanger fahren, und so buchten wir Algeciras - Tanger Med. Diese Strecke dauert etwas länger und wir müssen von Tarifa wieder zurück nach Algeciras fahren, das sollte mit der Frist von Toby's Gesundheitsattest auch machbar sein. Um 12 Uhr sollen wir im Hafen von Algecira eintreffen, 2 Stunden bevor die
Fähre ablegt. Wir erreichten den Hafen früh genug um in der ersten Reihe zu stehen.
Also, um 14:15 legt das Schiff ab, die Überfahrt dauer ca. eineinhalb Stunden, so sind wir um 15:45 in Tanger Med. HaHaHa... weit daneben! Es war schon 19:30 Uhr und stockfinster, als wir das Schiff in Tanger Med verlassen konnten und die Zollprozedur hinter uns hatten. Zum Glück hatte ich in Spanien zwei Monster-zusatz-Scheinwerfer montiert, denn die Strassen in Marokko sind in der Nacht nicht wirklich gut beleuchtet (es ist wirklich Zappenduuster). So fanden wir dann einen geeigneten Stellplatz für unsere erste Übernachtung in diesem, uns fremden Land.

Land und Leute:
Endlich afrikanischen Boden unter unseren Füssen und ein neues Abenteuer kann beginnen. Die letzten Tagen in Spanien regnete es ausgiebig  und wir freuten uns auf besseres Wetter. Bei der Passage der Strasse von Gibraltar machte es noch nicht den Anschein, dass es besser wird. Denn das Meer war aufgewühlt und es war stürmisch. Alle Fahrzeuge im Schiff mussten deshalb mit massiven Ketten festgebunden werden, so dass die Ladung sich im Schiffsinneren nicht verschiebt... ich schweife vom Thema ab... jetzt hoffen wir auf warme Temparaturen und viel Sonnenschein und wir weden nicht enttäuscht. Die Strassen bei Tanger Med sind am nächsten Morgen immer noch nass vom Regen, der von Marokko nach Spanien zog. Da wir vorwiegend Nebenstrassen benutzen und durch kleine Dörfer und landwirtschaftliche Gebiete fahren, erlebten wir so einiges  von der hiesigen Strassenbeschaffenheit. Der viele Regen, der in den letzten Tagen fiel, konnte von der trockenen Erde nicht aufgenommen werden und sammelte sich nun in den Strassenlöchern die wir durchfahren
müssen. So wie alle anderen, die hier durch wollen. Unser erstes Ziel ist Asilah, eine kleine Hafenstadt, gut 60 Kilometer südlich von Tanger. Hier hat es zwei kleine Campingplätze am Stadtrand, die optimal für einen Stadtbesuch geeignet sind. Was wir natürlich auch machen. Alles ist uns noch fremd und etwas suspekt, aber in diese Welt wollen wir eintauchen und den Herzschlag dieser Gesellschaft spüren. Schon am Zoll bei Tanger Med erfuhren wir die enorme Freundlichkeit der Menschen in diesem Land. Die vielen Zollbeamten die wir passieren mussten um den Hafen zu verlassen, haben uns mit ihrer Herzlichkeit begeistert und uns ein ein Gefühl von Behaglichkeit gegeben. Man spürt, dass man willkommen ist... wir sind begeistert. In Asilah organisieren wir als erstes eine Simkarte von Maroc Telekom, so dass wir weiterhin mit der digitalen Welt verbunden sind. Auch hier in dem Telefonshop wurden wir von dem Sicherheitsbeamten (die gibt es eigentlich in allen Shop's und Läden) freundlich begrüsst. Wir bekamen von ihm einen nummerierten *Warteschlangenzettel*, obwohl wir die einzigen im Laden waren und nach kurzer Zeit durften wir in's Büro der Chefin um unsere Karte zu kaufen. Ein Bild des Königs von Marokko hing an der Wand, ansonsten ein spärlich eingerichteter Raum mit Glaswänden zu den Schaltern beim Eingang hin. Die liebenswürdige Frau sass an einem, nicht mehr wirklich, neuen Pult und druckte auf einem alten schwarzweiss Drucker unseren Maroc Telecomvertrag aus. Draussen auf der Strasse spielt sich ein reges treiben ab, es wird
gehandelt und gemärtet. Viele kleine Läden und Stände säumen die Strassen wo alles Mögliche angeboten wird, Garagen, Werkstätten und alle möglichen Handwerksbetriebe, bestehend meistens nur aus einem Raum, der am Abend mit einem blechernen Rollladen verschlossen wird. Gearbeitet wird im Freien zur Strasse hin. Nicht zu vergessen, die unzähligen Kaffeeverkäufer, die mit ihren Vehikeln am Strassenrand stehen und rege besucht werden um einen Marocckaffee zu trinken. In regelmässigen Abständen gibt es Polizeikontrollen, zuerst hat es ein 60er, dann ein 40er und zum schluss ein 20er Schild, und noch eines wo auf arabisch irgendetwas steht, dass einem zum anhalten auffordert. Die Beamten geben einem dann per Handzeichen die Bewilligung zur Weiterfahrt und man sieht, wie sie ihre reichverzierten Uniformen mit Stolz tragen. Auch sie sind uns gegenüber immer sehr freundlich und herzlich gesinnt. Neugierig erkunden wir das Hafenstädtchen Asilah. 
Am Stadtrand hat es einigermassen  moderne Gebäude, wie zum Beispiel da wo der MarocTelecom Shop drin war.

Der alte Teil von Asilah ist verwinkelt mit vielen, kleinen und schmalen Gassen, in denen man sich als Touri leicht verlaufen kann. Hier machten wir auch die erste Erfahrung, dass beim Kauf, egal von was, der Preis im voraus abgemacht werden sollte. Denn in den kleinen Läden ist selten ein Preisschild an der Ware angebracht. So kann es sein, dass sich der Preis auf dem Weg vom Regal zur Kasse hin, sich irgendwie erhöht. Dem sagt man dann: Lehrgeld bezahlen! Aber der Weg vom Regal zur Kasse war zum Glück nicht so lang und der angesagte Preis hat sich nur gering erhöht. Das durchschnittliche Einkommen in Marokko beträgt übrigens ca. 3'700 €, wohlgemerkt, im Jahr! Da kann ich schon nachvollziehen, dass sie den einen oder anderen Touristen etwas abzocken. Und auch hier machen wir die Erfahrung, um so weniger die Menschen haben, desto hilfsbereiter sind sie. Nach dem Beschnuppern der Menschen (nicht wörtlich gemeint, wir rochen ja nicht an irgendwelchen Leuten rum), gingen wir an diesem Abend mit einer Menge von Eindrücken schlafen. Nach zwei Tagen in Asilah ging es weiter der Küste entlang, Richtung Casablanca. Im Moment stehen wir auf dem Campingplatz Mrizika, etwas südlich von El Jadida. Ein wirklich toller Platz um einige Tage zu verweilen. Die Strassen die wir befahren, führen uns durch ländliche Gegenden, wo es keinen Reichtum oder Luxus gibt. Viele Menschen reiten auf Eseln oder fahren mit einem 1 PS-Karren am Strassenrand entlang. Auf den kleinen Äckern, die sie bewirtschaften, sehen wir oft wie ein oder zwei abgemagerte Pferde einen kleinen Pflug hinter sich herziehen und später wird dann von Hand ausgesät.

Gerade eben wurde ich in meinem Schreibfluss von einem Schweizerpaar unterbrochen, Sam und Karin, Globetrotter wie es im Buche steht. Es sind immer interessante und lehrreiche Gespräche, die wir mit Gleichgesinnten führen können. Gestern dasselbe mit Gil und seiner Frau Bernadette, ein Franzosenpaar, die mit einem Berber mit dem Namen Yousef durch Marokko reisen. Als ich so richtig schön am Blog schreiben war, wurden wir zu einem späten Mittagessen eingeladen. Bernadette wollte nicht mehr aufhören, ihre frisch eingekauften Sachen vom Souk (Markt) aufzutischen. Durch diese coolen Bekanntschaften mit all den unterschiedlichsten Menschen komme ich kaum zum Schreiben und gleichzeitig entstehen in meinem Kopf neue Geschichten, die ich Euch gerne erzählen möchte. Zu unserer rechten Seite steht ein britisches Paar, Jo und Dee (sie ist Jo, er ist Dee). Es ist ein Genuss mit denen einen Abend auf der naheliegenden Düne zu verweilen und den Sonnenuntergang zu geniessen. So entstehen kleine Freundschaften die viel Freude bringen und zu nicht's verpflichten. Wie sang Lois Armstrong... What a wonderful World... und wir geniessen unser momentanes Leben in vollen Zügen.

Das Kabel und dunkel war's:
Dies ist ein kleines Erlebnis das ich euch nicht vorenthalten will. Auf dem Weg zu einem kleinen Stellplatz in der Ortschaft Tamaris (da muss ich unweigerlich an eine knuddelige, feine Arbeitskollegin denken) führte uns das Navi durch ein Bidonville (Armenviertel). Eine schmale Strasse die zwischen den Häusern durchführt und eine Menge herunterhängenden Strom- und Telefonkabeln. Adeline sagte noch, dass es hier etwas eng sein könnte. Aber, ich wie ich bin, meinte: "Kein Problem! Da passen wir mit Strieli schon durch." Naja... in der Breite ging es gerade so, aber keiner von uns dachte an die Höhe. Genau dies machte uns eine Erfahrung reicher. Ein eigenartiges Geräusch lies uns aufhorchen. Irgend etwas schramte über unser Dach vom Wohnmobil und es gab einen dumpfen Knall. Hujujuj... schnell anhalten, da ist was kaputt gegangen! Hujujuj... wollen doch besser mal nachsehen. Auf der Srasse liegt ein graues 220Voltkabel mit verfranstem Ende, und vor dem Gebäude rechts steht eine zerfranste Frau, naja sie macht auf alle Fälle einen solchen Eindruck. Sie war zimmlich angepisst, dass in ihrem Haus (Hütte) plötzlich alles dunkel war. Durch ihr Geschrei wurden natürlich alle anderen Bidonville-Anwohner auf die Strasse gerufen und das Spektakel konnte beginnen. Da in diesen Vierteln eher weniger Französich, geschweige denn Englich gesprochen wird, bekommt die Situation eine ganz spezielle Würze. Mit Händen und Füssen, und natürlich auf Arabisch, plapperte die Frau auf uns ein (ich denke sie meinte, was wir doch für Arschlöcher sind) ...Naja, Kabel weg... kein Strom in der Hütte... das haben wir verstanden! Ein Mann etwas weiter vorne in der Strasse, gab uns zu verstehen, dass die Alte eh spinnt und wir einfach weiterfahren sollen. Ok, einsteigen und so schnell wie möglich abhauen. Aber so wollten wir die verdutzte Frau nicht zurück lassen. Dank Googletranslater (Übersetzer) konnten wir ihr sagen, dass wir keine 300 Meter weiter auf einem Stellplatz sind und alles klären werden. Gute zwei Stunden später kam das aufgeregte Wesen mit ofizieller, männlicher Unterstützung und Übersetzer auf unseren Stellplatz, und wir konnten den Schaden mit 200 Diram (ca. 20 EUR) begleichen und ihr so den Elektriker bezahlen. Auch entschuldigten wir uns für den verursachten Schaden und die Umstände. Ist ja auch saudoof gelaufen! So konnten wir wieder eine ruhige Nacht verbringen und mussten nicht damit rechnen dass eine wütende Frau eventuell unser Wohnmobil abfackelt... Leider haben wir von den spannendsten Erlebnissen selten Fotos... Sorry..

Natürlich besuchten wir in Casablanca die Mosquèe Hassan II
die zweitgrösste Mosche in Afrika. Ihr Minerett ist 210 Meter hoch und somit das zweithöchste der Welt. Die Besichtigung mit einem Touristenführer ist wirklich interessant, man erfährt viel über die Rituale und die Gebräuche. Zum Beispiel, dass das Dach der Moschee sich öffnen lässt und nach jedem Freitagsgebet aufgemacht wird um frische Luft in das Gebäude zu lassen. Denn die Moschee hat keine Fenster zum lüften! Ich finde das eine gute Sache, da ja alle Gläubigen für das Gebet in der

Mosche ihre Schuhe ausziehen müssen. Bei 12'000 Menschen kann das schon ein bischen schlechte Luft geben und da ist es sicher gut, etwas frische Luft in das Gebäude zu bringen. Dieser Besuch war lehrreich und interessant. So erfuhren wir viel über die zeremonielle Waschung vor dem Gebet. Der Gesang des Muezzins in der Mosche Hassan II war wirklich beeindruckend. Mit seiner sanften Stimme zog er einem in den Bann. Selbst in den kleinsten Dörfern ruft der Muezzin fünfmal täglich die Menschen zum Gebet auf. Die meisten Muezzins geben sich wirklich Mühe, dass ihr Gebet melodiös, von der Morgen- bis zur Abenddämmerung, hallt. Doch einige klingen so, als ob du einem Esel so richtig krass in den Hintern trittst. Das ganze Spektakel dauert jeweils knapp 2 Minutenlang, und da erträgst du auch mal das Geschrei eines Esels. Mir wurde in der Schweiz nahe gelegt, dass der Alkoholkauf in Marokko nicht einfach sein wird. Aber ich kann Euch sagen, wenn man weiss wo, finden sich Läden, in denen es ein aussergewöhnliches grosses Sortiment zur Auswahl hat: Wein, Bier, Likör, usw. und sogar Malt-Whisky gibt es. Nein, die Preise hauen dich nicht aus den Socken. Es ist teilweise sogar günstiger als in der Schweiz. Marokko baut auch selber Wein an, von dem wir eine Flasche Roten gekauft haben. Wir lassen uns überraschen, wie er schmecken wird. Der wird aber erst aufgemacht, wenn wir wie geplant, ein befreundetes Paar aus der Schweiz treffen. Wir hoffen sehr, dies klappen wird. Wie gesagt, sitzen wir jetzt auf dem Campingplatz Plage Mrizika und geniessen unter wolkenfreiem Himmel und 20 C°, wohlgemerkt im Schatten, die warmen Tage. Bei unserer Ankunft in Tanger Med waren die Strassen ja so gut wie nicht beleuchtet und wir freuten uns, in der Nacht den Sternenhimmel in dieser Hemisphähre zu betrachten. Nun ja, die Strassen sind wirklich schlecht beleuchtet, doch die Stell- und Campingplätze werden mit Halogenscheinwerfern die ganze Nacht lang mit Licht gefluuuuuuutet. Nun in der Wüste soll es besser sein, wurde uns gesagt.

Mosque Mohamed II von innen (sieht man ja)

 

Gewürze, Hülsenfrüchte, Teigwaren werden offen angeboten.

Die Atlantikküste


Dünenfreundschaften

 Das war's, dann bis zum nächsten mal, vielleicht mit einem Bild vom Sternenhimmel aus der Wüste.



13 November, 2025

Staubige Pisten

 

Endlich Strassen nach meinem Geschmack! Googlemaps führte uns mal wieder durch die tollsten Gegenden. Es ist nicht das erste mal, dass wir wegen dieser Strassen-App auf Abwege gerieten und Adeline ein Stossgebet vor sich hin murmelt, dass ja alles gut geht. Für mich ist das aber das volle Abenteuerprogramm, denn ich bin der Mann, der alles kann..Jupieieijupjupijää, oder so.
Zuerst führte die App uns von der geteerten Hauptstrasse auf eine unbefestigte Kiesstrasse. Das ist in Spanien nichts aussergewöhnliches, denn die meisten Nebenstrassen bestehen lediglich aus festgefahrenem Kies oder Schotter. Sie führen vorwiegend in kleine Dörfer oder zu den Plantagen. Aber da wo wir hinkamen, lebte niemand mehr. Die Strasse wurde immer vernachlässigter und man sah, dass in dieser Gegend schon lange keine Menschenseele mehr durchgefahren war. Wir fuhren an verlassenen Gebäuden und heruntergekommenen Olivenplantagen vorbei, kein Vogelgezwitscher, kein Zirpen der Grillen. Eine wirklich verlassene, tote Gegend. Von weitem sahen wir ein Dorf, auf das wir zufuhren und dachten: "Doch nicht vollständig ausgestorben die Gegend." Doch, falsch gedacht! Es war eine richtige Geisterstadt und die App sagte, dass wir hier durch müssen um an unser geplantes Ziel, das noch gut zwei Stunden entfernt ist, zu kommen. Der Rückweg zu der geteerten Strasse kam nicht mehr in Frage. Viel zu lange Strecke und die App hätte sicher bei jeder noch so kleinen Abzweigung "Bitte wenden." gesagt oder eine andere tolle Strecke vorgeschlagen. Wir wollen uns nicht nochmal in die Irre führen lassen und beschliessen den Weg weiter zu fahren, den wir eingeschlagen haben.
Unter diesem Link könnt Ihr einen Teil der Fahrt anschauen! > 
https://youtu.be/5jgtZKFTcfE?si=sIwWEM2spxK4DwpN

Also... für mich eine Herausforderung, die mir mal wieder so richtig Spass machte! Es ist wie in meinem bisherigen Leben. Der einfachste Weg ist nicht immer der Beste. Denn meistens verpasst Du dann die lebenswerten Sachen. Eines ist sicher, wir haben wieder eindrückliche Landschaften, tolle holprige Strassen, und Gefühle die "Leben" bedeuten, erlebt. Adeline hat es natürlich auch gut überstanden. Einen kleinen Schub von Adrenalin und eventuell ein graues Haar mehr als vor der coolen Fahrt durch's Nirgendwo.
Nun, wir haben unser Tagesziel (Gorafe) erreicht, das ein wenig an den Grand Canyon erinnert. Hier müsste man Westernfilme drehen, ach ja... haben sie ja gemacht. Das führte uns zu einem nächsten Ort den wir besuchten. Die Sierra Morena, Sierra de Hornachuelos, Sierra de Andujar, und natürlich die Sierra Nevada. Nach der auch die Wüste in Amerika benannt wurde. Hier wurden unzählige Westernfilme gedreht und die besten stammen aus der Feder von Sergio Leone mit der unvergesslichen Musik von Ennio Morricone. Mein Favorit:... "el Buono, el Brutto, el Cattivo" mit Clint Estwood, Eli Wallach und Lee Van Cleef und auch "Spiel mir das Lied vom Tod", (Original Titel: "Once Upon A Time In The West")
Aber auch Bully Herbig hatte hier "Der Schuh des Manitou" gedreht.

Aber gehen wir nochmal ein Stückchen zurück in unserer Reise. Wir waren ja gerade eben noch in Gorafe, dem kleinen Grand Canyon in Südspanien. Übernachtet aben wir nach der abenteuerlichen Fahrt durch das Niemandsland (wo uns niemand hätte retten können) auf einem Stellplatz bei Marchal, eine kleine Gemeinde in einer Steinwüste wo es viele Erdhäuser gibt. Die Fassaden die man an den Felsen sieht, sind weiss gestrichen und leuchten in der Sonne hell vor sich hin, beim Abendrot ist das Farbenspektakel noch überwältigender. Heute sind es keine Armeleute Wohnungen mehr. Sie sind aufwendig restauriert und besitzen jeglichen Komfort den man sich wünscht.
Wir hatten eine ruhige und erholsame Nacht nach den Fahrstrapatzen verbracht und ich denke, auch Strieli unser Fahrzeug hat diese Pause verdient. Ich bin immer wieder begeistert von diesem robusten Automobil... einfach eine tolle Karre, dieser Fiat Ducato! Mannomann, was der alles über sich ergehen lassen muss.

Am nächten Tag geht es also in Richtung der Filmstädte, aber bitte nicht auf dem einfachsten Weg! Dieses mal soll es ein ausgetrocknetes Flussbett sein und ist sogar als reguläre Strasse eingezeichnet. Das Flussbett führt uns zu einer weiteren Geisterstadt, die natürlich erkunded werden will. Sie besteht vorwiegend aus zerfallenen Häusern, aber einige scheinen Bewohnt und nicht verlassen zu sein. Stühle und Tische auf der Veranda machen den Anschein, als ob die Menschen gerade erst vom Essen aufgestanden sind und ihren Beschäftigungen nachgingen. Aber es war totenstill und keine Menschenseele zu sehen. Im nachhinein erfuhren wir, dass das Dorf am Wochenende von irgendwelchen Menschen zum Party machen benutzt wird. Dies erklärte dann auch die Haufen von leeren Bierflaschen in der Umgebung. Der Weg in diese verlassene Gegend führte uns über holprige Strassen.


Naja, Strassen ist vielleicht zu hoch gegriffen. Es waren eher blanker Felsen und Schotter, der
 uns hierhin brachte. Mittlerweile ist unser Zuhause wieder vollkommen mit Staub in allen Ritzen und Schränken zugedeckt und es steht bald eine Generalreinigung an. Von La Fuente Santa, so nennt sich das Geisterpartydorf, müssen wir noch ein eine lange Strecke durch den ausgetrockneten Fluss zurücklegen um wieder in die Zivilisation zu gelangen. Gerne hätten wir in dieser kargen und trockenen Landschaft übernachtet. Doch es gab in nördlicher Richtung von uns Regenwarnungen. Hätte ja gut sein können, dass sich die Wassermassen genau hierhin, in diesen knochentrockenen Fluss sammeln und wir hätten dann ganz schön im Schlamassel gesteckt. Also, weiterfahren auf dem endlos scheinenden Rio-ohne-Namen und nach einer weiteren Stunde Fahrt, hatte Strieli wieder geteerte Strassen unter seinen Rädern.

Holperweg                                Rio-ohne-Namen

Nach der tollen Flussfahrt steuerten wir den Stellplatz Route 66 bei Tabernas an, um zu Übernachten um am nächsten Tag in's Fort Bravo zu düüüsen, wo uns die Filmkulissen von alten Westernfilmen verzaubern sollen.
Hier trafen wir auch Roberto, mit dem wir zwei Tage zusammen verbrachten und in die Westernwelt eintauchten. So lernten wir in Little Hollywood, eine weitere Westernstadtkulisse, noch Max mit seiner Frau Jolanda und den Werner (alles Western-begeisterte) kennen und konnten mit ihnen das Genre voll ausleben. Es wurden Shows mit wilden Schiessereien und Szenen aus alten Filmen nachgestellt. Und da wir so Westernknalltüten sind, hatten wir einen Riesenspass bei dem Spektakel. Nach zwei Tagen Cowboyfeeling zog es uns weiter in ruhigere Gegenden. Das waren wir auch Toby schuldig, denn er mag keine Grossanlässe mit wilden Schiessereien... nachvollziehbar. 

Dabei hätte Toby sicher einen coolen Statisten abgegeben, welcher bei Mundharmonikamusik, dem rauschenden Wind der durch die Stadt bläst und dem Klavierspiel das aus dem Saloon tönt, über die staubigen Strassen von der No-Name-City streunt. Aber wie gesagt, Toby mag eher die ruhige Natur. Darum heisst es: weiter, weiter, immer weiter alter Reiter, damit unser Raubtier wieder in freier Wildbahn seine Hundebedürfnisse ausleben kann. Auch für uns war dies alles, nach zwei Tagen, genug Menschenauflauf. Denn es wurden Menschenmassen mit Cars zu diesem Event gekarrt, der nur einmal im Jahr stattfindet. An diesen zwei Tagen versammeln sich hier Westernfans in voller Montur und leben ihre kostümierte Fantasie aus.

Auf dem Weg Richtung Süden, wir wollen ja nach Tarifa, rollen wir mit knatterndem Motor an den tollsten Ortschaften vorbei. Naja, wir machen natürlich auch mal eine Fahrpause, um all die faszinierenden Orte zu geniessen, die uns dargeboten werden.
Doch es sollte auch noch anders kommen, denn wir fuhren da durch wo Tomaten, Peperonis, usw. in Treibhäusern angebaut werden um die halbe Menscheit zu ernähren. Es ist eine riesige Fläche und der Kanton Zürich hätte locker zwei bis drei mal Platz darin. Keiner fragt ob die Tomaten und die Peperonis genug Auslauf haben, bevor sie geschlachtet und verfrachtet werden. Zum Glück bin bin ich keine Tomate und muss deren Leid nicht ertragen.😂🍅

Also sagt selbst, das ist nicht schön, aber eben die Realität um einen grossen Teil der Menschen in Mittel- und Nordeuropa mit Gemüse zu versorgen. Zwischen den Treibhäusern stehen verwahrloste Unterkünfte, vemutlich dass Zuhause der unterbezahlten Arbeiter.
Diese Gegend von Spanien durchfahren wir in einem Zug und wir sind auch nicht mehr weit von Tarifa entfernt. Gut 300 Km legen wir an diesem Tag zurück und werden mit warmen Temperaturen und langen Sandstränden belohnt.
Hier muss sich Toby einem Gesundheit's Check unterziehen, damit wir mit ihm nach Marocco schippern können. Naja, ein bisschen vollgefressen ist er, aber ansonsten hat er den Check mit Bravour bestanden. Ein kerngesunder Hund und bereit, mit uns neue Abenteuer zu erleben.

An diesem Strand voller Sand kann sich unser Fellknäuel mal wieder richtig austoben und seine Pfunde runtertrainiren. Der Weg vom Campingplatz Rio Jara zum unermesslich langen und breiten Strand ist nicht sehr weit, aber er führt durch einen kleinen Brackwassertümpel der knöcheltief und ca. zehn Meter breit ist. Und der stinkt! Ja, wie soll isch sagen, es erinnert mich ein wenig nach alten, verschwitzten, nassen Nylonsocken. Da Toby ein wenig kurzgeraten ist und langes Fell hat, stinkt er jetzt genau so wie das Brackwasser. Ihn kümmert es nicht. Also Morgen, am 14. November, geht es nach Afrika und wir freuen uns auf neue, unbekannte Begegnungen.

Nachfolgend noch einige Bilder der letzten zwei Wochen










Und jetzt ist Schluss...
Ihr könnt unsre Reise natürlich auch verfolgen auf
www.polarsteps.com/strielis

Alles Liebe Ihr Lieben, bis zum nächsten mal, in ca. 2 - 3 Wochen.
Roland

Icht/Zagora/Taliouine/Sidi Kaouki

 ✨💥 Als erstes wünschen wir Euch alles Gute fürs neue Jahr💥✨ Icht ist ein kleiner Ort, 170 km südöstlich von Tiznit (da wo Strieli einen ...